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Über ein Jahrzehnt lang beruhte ein Teil der Attraktivität von Kryptowährungen, insbesondere für grenzüberschreitendes Kapital, auf struktureller Undurchsichtigkeit. Dank Dezentralisierung, Selbstverwahrung und dem Fehlen eines dem CRS entsprechenden Rahmens konnten digitale Vermögenswerte ausserhalb der für die traditionelle Finanzwelt geltenden Meldearchitektur agieren. Dieses Umfeld verändert sich nun rasant.
Das „Crypto-Asset Reporting Framework“ (CARF) der OECD stellt den ersten weltweit koordinierten Standard für die steuerliche Transparenz bei Transaktionen mit Krypto-Assets dar. Die Umsetzung in der Schweiz erfolgte in einem sorgfältig abgestimmten Ablauf: Das Parlament verabschiedete das CARF am 26. September 2025, und der Rechtsrahmen trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Nach einem Beschluss des Wirtschafts- und Steuerausschusses des Nationalrats vom November 2025 treten die Sorgfalts- und Datenerhebungspflichten ab 2027 in Kraft, wobei der erste internationale Datenaustausch für 2028 vorgesehen ist. Damit reiht sich die Schweiz neben Australien, Kanada, Hongkong, Singapur und den VAE in die zweite Gruppe der Länder ein, die am Datenaustausch teilnehmen. Der Schweizer Bundesrat hat den Informationsaustausch mit 74 Partnerländern vorgeschlagen, darunter alle EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich, wobei die USA und Saudi-Arabien derzeit noch ausgenommen sind. Bis März 2026 haben sich 76 Mitglieder des Global Forum zur Umsetzung des CARF verpflichtet.

